Berühmte Magier und Zauberkünstler

Bartolomeo Bosco

Der Zauberer Bartolomeo Bosco (1793-1863) kann als erster großer Magier der Neuzeit bezeichnet werden. In früheren Zeiten diente er in den Heeren Napoleons. Wo er zaubern lernte und wann und wo er zuerst auftrat, ist nicht bekannt. Doch sein früher großer Erfolg ist beachtenswert. So zauberte er bereits 1821 vor dem König in Hannover, 1822 in Berlin und 1823 in Russland. Bis ins Jahr 1855 reiste er kreuz und quer durch Europa.

Sein äußeres Erscheinungsbild war angeblich nicht besonders vorteilhaft, es bestand aus einem gedrungenen Körper mit fleischigen Armen und kurzen Beinen. Hinzu kamen noch Verständigungsprobleme in zahlreichen Fremdsprachen. Allerdings glich Bosco diese Nachteile durch vornehme Kleidung, gute Manieren, eine strahlend gute Laune und unerschöpflichen Humor wieder aus. Auf seiner Bühne verzichtete er auf so gut wie alle luxuriösen Requisiten und stellte sich selbst als Mensch und Künstler in den Mittelpunkt. Er wollte seine Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern sie im Sinne des Wortes "verzaubern".

Wie fast jeder gute Zauberer war auch Bosco ein hervorragender Menschenkenner. Er wusste, was die Leute gerne sehen wollten und wie er sie am besten für seine abendlichen Vorstellungen gewinnen konnte. Kam er in eine neue Stadt, begab er sich zunächst einmal auf den Marktplatz oder in die Gaststätten, um dort durch kleine Präsentationen seiner Kunst von sich reden zu machen. Um die Wahl seiner Mittel war Bosco nicht verlegen - ab und zu kam es schon vor, dass er den einen oder anderen Kammerdiener mit Dukaten bestach, um an Geheimnisse oder anderweitige Hilfsmittel zu gelangen.

Der Wiener Zauberkünstler und Zaubergerätehersteller Hofzinser beschrieb seine Begegnung mit Bosco wie folgt:
"Bosco besitzt eine Geschicklichkeit der Hände, die unübertroffen ist. Außerdem übt sein urwüchsiger und witziger Vortrag einen besondern Reiz aus. Wirkt schon seine Sprachmengerei komisch, so erhöhen noch seine drolligen Bemerkungen die heitere Wirkung... Ich bewunderte sein unnachahmliches Becherspiel mehr als hundertmal und verwendete Zeit, Mühe und Geduld, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen, allein, vergebens. Ich glaube kaum, dass es einem zweiten Künstler gelingen wird, mit diesem Kunststück einen solchen Erfolg zu haben... Er ist eben im Besitz eines kleinen Maschinchens, um das man ihn beneiden könnte. Kein Mechaniker der Welt fertig dieses an, es hat weder einen Deckel, noch einen doppelten Boden, es hat keine Federn und Fädchen, und kein Gehilfe ist dazu nötig.. Je mehr man es betrachtet, umso unverdächtiger ist es. Und dieses kleine Maschinchen ist – seine Hand!"

Seine letzen Lebensjahre verbrachte Bosco in Dresden, wohin ihn die Liebe zu seiner Frau führte. Hier starb er am 7. März 1863 im Alter von 70 Jahren. Sein Grab auf dem alten katholischen Friedhof wurde 1903 von Harry Houdini aufgekauft. Auf dem Grabstein waren die Insignien der Zauberei eingemeißelt - Becher, Kugel und Zauberstab. Boscos Name wurde schon zu Lebzeiten Legende und von vielen folgenden Zauberern als Synonym benutzt. Zahlreiche zweitrangige Zauberbücher wurden mit seinem Namen als Aushängeschild verlegt. Zur hundertjährigen Gedenkfeier seines Todes, im Jahr 1963, wurde vom Magischen Zirkel Deutschlands an seinem Grab folgende Inschrift angebracht:

Nicht Wünschelroute noch Alraune - Die Zauberei liegt in der guten Laune!



























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