Im Folgenden wurde für den interessierten Leser ein überblick über bekannte Persönlichkeiten aus der Welt der Magie zusammengestellt. Sie beschränkt sich auf bekannte Zauberer bis ca. 1950 und lässt zeitgenössische Künstler bewusst beiseite.
Alexander, Professor (1819−1909)
Der gebürtige Münsterländer Alexander Heimburger bereiste mit zwei Hauptattraktionen den amerikanischen Kontinent − dem "Wunder von Hindustan" und dem "Schwebenden Kind". Auf der Höhe seines Erfolges kehrte er nach Deutschland zurück und verbrachte das letzte Drittel seines Lebens in seiner Heimatstadt Münster.
Andersohn, John−Henry (1814−1874)
Die Bühnenshow des gebürtigen Schotten, der "The Grat Wizzard of the North" genannt wurde, zeichnete sich durch üppige Kostüme und Dekorationen aus. Er war ein Genie im Vermarkten seiner eigenen Person. Sein Prinzip war, die Leute zunächst einmal neugierig zu machen. Jedes Mittel war ihm recht. Er verkaufte in seinen Vorstellungen Bücher, die unbedeutende Kunststücke erklärten, ließ seinen Namen auf Butterpäckchen drucken und vertrieb ein Blättchen, in dem er die besten eingesammelten Witze seiner Zuschauer veröffentlichte. Leider verlor der Zauberer seine komplette Ausstattung und fast alle Aufzeichnungen bei einem Theaterbrand im Jahr 1855, so dass er als armer Mann starb. Dabei hatte er in besseren Zeiten viel Geld verdient.
Annemann, Theodore (1907−1942)
Der aus dem US−Staat New York stammende Zauberkünstler wurde vor allem als Mentalmagier bekannt. Er gilt als Erfinder des Röntgenauges und zeigte in seinen Vorstellungen den gefährlichen "Kugelfang", bei dem eine Gewehrkugel zwischen den Zähnen aufgefangen wird. Infolge familiärer und gesundheitlicher Probleme verfiel er dem Alkohol und beging im Jahre 1942 im Dachgarten−Theater des New Yorker Chanin−Buildings Selbstmord − kurz vor der Premiere seines neuen Programms.
Arx, von (1872−1948)
hieß eigentlich Charles Nicol und war Bruder des Zauberkünstlers Nicola. Unterwegs war er die meiste Zeit in Australien, Afrika und Asien. In Indien wurde er bei Ausbruch des ersten Weltkrieges inhaftiert, da man ihn aufgrund seines Künstlernamens irrtümlich für einen Deutschen hielt.
Auzinger, Max (1839−1928)
Unter dem Künstlernamen "Ben Al Bey" machte der Münchner Zauberkünstler eine besondere Illusionstechnik weltberühmt − es gelang ihm, auf schwarz ausgeschlagener Bühne und auch selbst ganz in Schwarz gekleidet verschiedene Personen und sich selbst erscheinen und verschwinden zu lassen. Das "Schwarze Theater" geht maßgeblich auf seine Erfindungen und Ideen zurück.
Bamberg, David Leendert (1786−1896)
Hinter diesem Namen verbirgt sich eine ganze Zauberdynastie, die über die Grenzen Hollands hinaus weltberühmt wurde. Von ihm selbst hieß es, dass er in seinem Holzbein Zauberrequisiten aufbewahrte. Sein Sohn David spezialisierte sich auf Kartenkunststücke und brachte es zum holländischen Hofzauberer. Der zweite Sohn, Tobias, betrieb Zauberei eher als Hobby und betätigte sich wissenschaftlich als Sprachforscher. Davids Sohn Theo (1875−1963) trat als Japaner unter dem Künstlernamen Okito auf und erntete Weltruhm durch das Kunststück der "Schwebenden Kugel". Dessen Sohn wiederum, der ebenfalls David hieß, trat unter dem Künstlernamen "Fu Manchu" in die Fußstapfen seines Vaters.
Bangemann, Walter (1907−1973)
Einer der bekanntesten Mikrozauberer in der Bundesrepublik Deutschland.
Basch, Ernst (1838−1908)
Bekannter deutscher Zauberkünstler, der sich durch seinen ausgeprägten Erfindungsreichtum auszeichnete. Er entwickelte zahlreiche Geräte und Großillusionen, die ihn über die Grenzen der Fachwelt hinaus bekannt machten.
Bellachini, Samuel (1828−1885)
Der bekante Magier hieß eigentlich Samuel Berlach und war gebürtiger Pole − sein Künstlername ist noch heute weit bekannt. Er gilt schon fast als Synonym der Zauberkunst − denn auch nach ihm haben zahllose andere Zauberkünstler seinen Namen angenommen. Sein Talent soll sich jedoch in Grenzen gehalten haben − dafür fiel es ihm immer leicht, sich entsprechend zu vermarkten. Der Zauberschriftsteller Jochen Zmeck schreibt über ihn: "Es ist schon fast ein Zauberkunststück, dass gerade dieser Mann beim Volk so beleibt und bekannt wurde, war er doch weder mit einem Bosco noch mit einem Robert−Houdin oder einem Döbler zu vergleichen. Er hat uns nichts als seinen Namen hinterlassen, nicht ein einziges Kunststück, keine noch so kleine Verbesserung irgendeines Apparates geht auf ihn zurück, er war weder schöpferisch noch darstellerisch begabt."
Biere, Arnold de (1876−1934)
Der berühmte Manipulator reüssierte mit einem magischen Kunststück, das zu einem regelrechten Klassiker geworden ist: Dem "Eierbeutel". Unsichtbare Eier werden dem Zauberkünstler aus dem Publikum zugeworfen, dieser fängt sie in einem schwarzen, vorher leer gezeigten Beutel auf und lässt sie dort für alle sichtbar erscheinen. Das Kunststück ist vor allem deshalb so beliebt, weil es unter ganz verschiedenen Bedingungnen vorgeführt werden kann, im großen Kreis ebenso wie im kleinen.
Bishop, Irving (1856−1889)
Dieser Magier gilt als Erfinder des sogenannten "Muskellesens", einer frühen Form der Mentalmagie. Er war einer der ersten Bühnenmagier, die diesen Programmpunkt in ihre Darbietungen integrierten.
Blackstone, Harry (1885−1965)
Der Künstler wurde unter dem Namen "Harry Bouton" in Chicago geboren und von Harry Kellar für die Zauberei interessiert. Im Jahr 1914 brachte er mit knapp zwanzig Jahren sein erstes abendfüllendes Programm heraus. Seine "Schau der 1001 Wunder" gastierte ausschließlich in den Vereinigten Staaten − eine Reihe ausgeklügelter Kunststücke und Illusionen wie etwa "Das verschwindende Pferd" oder die "Kanonenillusion" machten ihn international bekannt.
Bosco, Bartholomeo (1793−1863)
Er sollte sich eigentlich der Medizin widmen und wandte sich schließlich der Zauberei und Magie zu. Seine Zuschauer riss er regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hin. Bis 1855 zog er kreuz und quer durch Europa und zauberte, unter anderem an den großen Königshöfen. Er beherrschte sein Handwerk so vollkommen, dass ihm nie jemand auf die Schliche kam. Insbesondere das Becherspiel beherrschte er mit vollkommener Perfektion. Sein Zauberkollege Hofzinser beschreibt ihn wie folgt: "Ich bewunderte sein unnachahmliches Becherspiel mehr als hundertmal und verwendete Zeit, Mühe und Geduld, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen, allein vergebens. Ich glaube kaum, dass es einem zweiten Künstler gelingen wird, mit diesem einfachen Kunststück einen solchen Erfolg zu haben... Sein Verschwinden und Wiedererscheinen der Kugel ist das überraschendste, was man erleben kann." Seine letzen Lebensjahre verbrachte er in Dresden.
Brauns, Fred ( 1885−1953)
Der Gedächtnis− und Mentalmagier machte sich mit ausgefeilten Rechenkunststücken einen Namen. Niemand kam ihm darin gleich.
Buatier, Joseph (1847−1903)
Ihm verdankt die Fachwelt zahlreiche Kunststücke, die auch heute noch zu den Klassikern der Zauberkunst gehören − etwa den verschwindenden Vogelkäfig, die magischen Klappblumen oder die sogenannte Geistertafel. Er nannte sich nach seinem ungarischen Entdecker und Förderer Julius Vidos de Kolta und zog mit ihm durch Europa − er als Zauberer, sein Kompagnon als Geschäftsführer. Nach einem Eklat mit ihm trennten sich ihre Wege und de Kolta trat unter seinem inzwischen bekannten Namen alleine weiter auf. Ein Schöpfergenie, das man nur mit Hofzinser vergleichen kann − für manche seiner Kunststücke gibt es bis heute auch unter Fachkollegen keine Erklärung.
Buchinger, Mathias (1674−1735)
Dieser Zauberkünstler wurde ohne Arme und Beine geboren − dennoch gelang ihm meisterhaft die Ausführung des Becherspiels. Er ist einer der bemerkenswertesten Zauberer, die der Berufsstand der Magier hervorgebracht hat.
Cagliostro, Graf Alexander von (1743−1795)
Dieser Magier wurde in Palermo geboren, und zwar unter dem Namen Guiseppe Balsamo. Später ging er unter seinem Künstlernamen in die Geschichte ein, und zwar als Betrüger und Hochstapler. Er schlüpfte in die verschiedensten Rollen und reiste mit seiner Frau Lorenza Feliziani durch Europa. Von 1780 an wandte er sich der Wunderheilerei zu. Er war es, der Goethe zu seinem Luststpiel "Der Großkophta" und Schiller zu seinem unvollendet gebliebenen Roman "Der Geisterseher" inspiriert hat. 1795 wurde er in Rom hingerichtet.
Carter, Charles Joseph (1874−1936)
Der gelernte Jurist reiste mit einer gewaltigen magischen Revue durch die ganze Welt. Er unternahm insgesamt 8 Welttourneen und schleppte 22 Tonnen Ausrüstungsgegenstände mit sich herum. Er nannte sich "Carter the Great".
Chefalo, Raffaelo ( 1886−1963)
Der bekannte italienische Großillusionist bereiste mit einer aufwändigen Show die ganze Welt.
Chung Ling Soo (1862−1918)
Er war gebürtiger Amerikaner und trug ursprünglich den Namen William E. Robinson. Das Geheimnis um seinen spektakulären Tod hat diesen Zauberer bis heute bekannt erhalten. Er trat in seiner Show als lebendige Zielscheibe auf, was ihm eines Tages das Leben kostete. Bis heute kursieren unterschiedliche Gerüchte und Vermutungen darüber, ob er Selbstmord beging, es ein Unfall war oder er einem Kompott zum Opfer fiel. Am verbreitetsten ist die Selbstmord−These.
Collings, Herbert J. (1883−1958)
Der Magier vereinte in seiner Show bereits im 19. Jahrhundert Westen und Osten, denn in seinem Programm trat er gleichzeitig als Europäer und Chinese auf − einige Male sogar vor der englischen Königsfamilie.
Cortini (1890−1954)
Er nannte sich "Cortini − der Mann mit denn 1000 Talern". Ein deutscher Bühnenillusionist, der eine Vielzahl interessanter und außergewöhnlicher Illusionen erfand.
Dante (1883−1955)
Er hieß eigentlich Harry Jansen und wurde in Kopenhagen geboren. Er unternahm zahlreiche Tourneen durch Europa und die USA.
Davenport, Ira Erastus (1838−1911)
Der Magier trat zusammen mit seinem Bruder William Davenport auf. Angeregt von spiritistischen Experimenten erfanden sie eine Methode, mit der sie, an Händen und Füßen gefesselt und in Schränke eingesperrt, einen ohrenbetäubenden Lärm auf Musikinstrumenten erzeugen konnten. Vermutungen, dass sie tatsächlich über magische Fähigkeiten verfügten, traten sie nicht entgegen und wurden von Kollegen und Zeitungen aus diesem Grund heftig attackiert. Das tat ihrer Beliebtheit jedoch keinen Abbruch.
Dedi (um 4000 v. Chr.)
Hinter diesem Namen versteckt sich der älteste urkundlich genannte Zauberer. Vor dem König Cheops soll er im alten Ägypten einen Ochsen enthauptet und anschließend wieder zum Leben erweckt haben.
Döbler, Ludwig Leopold (1801−1864)
Nach diesem bekannten österreichischen Zauberer wurden in seiner Heimatstadt Wien nicht nur der Döbler−Strauß, der Döbler−Hut oder der Döbler−Fächer benannt, sondern auch eine Straße, nämlich die "Döbler−Gasse". In Wien und London war er ein absoluter Publikumsliebling. Wenn er die Bühne betrat, entzündete er mit einem einzigen Pistolenschuss hunderte Kerzen. Mit 47 Jahren war er durch die Zauberkunst so wohlhabend geworden, dass er seine Arbeit an den Nagel hängen konnte. Berühmt wurde auch seine in Weimar erfolgte Begegnung mit Goethe, nach der ihm der alte Dichter folgenden berühmten Satz ins Stammbuch schrieb: "Bedarfs noch ein Diplom besiegelt? − Unmögliches hast Du uns vorgespiegelt!"
Downs, T. Nelson (1867−1938)
Sein eigentlicher Beruf war Schalterbeamter in einer Untergrundbahn. Dabei kam er ständig in Berührung mit Münzen und Geld. Allmählich begann er, damit zu spielen und kleine Zaubereien vorzuführen − bis er irgendwann seinem langweiligen Beruf abschwor und als "König der Münzen" durch die Welt reiste.
Droz, Pierre Jacquet (1721−1790)
Die Theologie konnte ihn nicht befriedigen. Also hängte er das Studium an den Nagel und wandte sich der Uhrmacherei zu. Gemeinsam mit seinem Sohn Henry Louis Jacquet schuf er die kompliziertesten Automaten der damaligen Zeit, unter anderem eine Klavierspielerin, die sich nach dem Konzert erheben und vor dem Publikum verbeugen konnte. Andere Apparate konnten schreiben und zeichnen. Er gilt nicht nur als Innovateur unter Zauberen, sondern auch als Begründer der Schweizer Uhrenindustrie.
Dunninger (1892−1975)
Er war einer der berühmtesten Mentalmagier der Vereinigten Staaten und bestach weniger durch seine brillante Technik, als durch seine dramatischen und ausgereiften Vorführungen.
Durga (1909−1974)
Eine der wenigen Damen im Bereich der Zauberei. Sie machte mit einem Kunststück von sich reden, das Zauberei und Musik auf geniale Weise miteinander verband. Dieser Showact begann damit, dass sie im Raum schwebend spielte. Ohne das Spiel zu unterbrechen, drehte sie sich in der Luft einmal um sich selbst und spielte nun kopfüber. Sie nannte ihre einmalige Illusion "Onaip", was rückwärts gelesen "Piano" ergibt.
Fischer, Ottokar (1873−1940)
Er wurde berühmt durch sein "Wunderbuch der Zauberkunst" und leitete eine Weile das Zaubertheater im Wiener Prater. Er beschäftigte sich nicht nur mit Illusionen, sondern auch mit okkulten Phänomenen.
Frikell, Wiljalba (1818−1903)
Dieser außergewöhnliche Künstler verzichtete fast vollständig auf Apparaturen und Maschinen − Er zauberte ausschließlich mit seinen Händen. Auf seinen Tourneen war er auf Du und Du mit den Mächtigen seiner Zeit. Sein Glück ließ ihn jedoch im Stich, als er sich zur Ruhe setzen wollte: Er verlor fast sein gesamtes Vermögen bei riskanten Börsenwetten. Es dauerte Jahre, bis er sich wieder einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet hatte.
Fröhlich, Joseph (1694−1757)
Vom Müller zum Millionär − so ungefähr könnte man das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes beschreiben. Während seiner Wanderjahre als Müllersbursche entdeckt er die Zauberei und verschrieb sich fortan ganz dieser Leidenschaft. Am Dresdner Hof von "August dem Starken" wurde er zum Hoftaschenspieler ernannt. Es gelang ihm, sich während seines Lebens ein großes Vermögen zu erarbeiten; als er starb, besaß er neben seinen vielen Häusern immer noch eine Mühle.
Germaine the Wizard (1878−1959)
Er hieß mit bürgerlichem Namen Charles Mattmüller und hatte deutsche Eltern. Er wurde im amerikanischen Bundesstatt Ohio geboren und erfand den Künstlernamen Karl Germaine. Ihm war ein tragisches Schicksal beschieden: In Folge eines Gehirntumors verlor er schon früh seine Sehkraft und musste die Zauberei aufgeben. Stattdessen verschrieb er sich 40 Jahre lang mit viel Energie der Fachschriftstellerei.
Goldin, Horace (1873−1939)
Als "Wirbelwind−Hexenmeister" perfektionierte der gebürtige Pole zahlreiche Großillusionen. Die berühmteste von ihnen ist zweifellos "Die zersägte Jungfrau" − ein Showact, der noch heute ein Pflichtbaustein zahlreicher zeitgenössischer Zauberprogramme ist.
Goldston, Will (1877−1948)
Dieser Mann zog den Unmut seiner Zauberkollegen auf sich, in dem er zahlreiche Großillusionen und Konstruktionsanleitungen magischer Apparaturen in Büchern veröffentlichte. Dennoch muss man ihm auch dankbar sein: Ohne sein Zutun wären zahlreiche Geheimnisse für immer verloren gegangen.
Hanussen, Erik Jan (1889−1933)
Hermann Steinschneider führte spiritistische Experimente mit Hilfe geheimer Apparaturen und einfacher Hilfsmittel durch. Während der Nazi−Herrschaft ging er auf Tuchfühlung mit zahlreichen nationalsozialistischen Größen. Hitler und seinem Regime sagte er eine strahlende Zukunft voraus. Er führte ein Leben im absoluten Luxus. Die Umstände seines Todes sind nicht ganz geklärt. Vermutlich wurde er von Seiten des Regimes ermordet, weil er zuviel wusste.
Harbin, Robert (1909−1978)
Von diesem magischen Tüftler und Erfinder stammen zahlreiche Zauberapparaturen, unter anderem die bekannte und immer wieder gerne gezeigte Zig−Zag−Illusion, bei der eine Person scheinbar in drei Hälften geteilt wird. Im Jahr 1965 führte Harbin sie zum ersten Mal vor.
Hartz, Joseph Michael
Die große Sensation des Engländers war der "Jahrmarkt im Hut", den er zur Perfektion ausgebaut hatte. Aus einem leeren, entliehenen Hut erschienen nacheinander folgende Dinge: Dutzende große Tücher, zehn Silberbecher, eine Perücke, sieben Zigarrenkisten, wieder zehn Becher, ein Käfig mit einem lebenden Vogel, mehrere hundert Spielkarten, lange Bänder, sieben Lampen mit brennenden Kerzen, eine große Puppe und eine Krinoline.
Heimbürger, Alexander
Der erste deutsche Magier, der seine Memoiren schrieb. Er hatte auch genug Zeit dazu: Bereits mit fünfunddreißig Jahren hatte er mit seinen Touren durch Amerika soviel Geld verdient, dass er sich zur Ruhe setzen konnte.
Herrmann, Adelaide (1853−1932)
Eine der wenigen Frauen, die mit einer großen eigenen Show durch die Welt reiste. Sie war belgischer Herkunft und kam als junges Mädchen als Tänzerin ins Showgeschäft. Nach dem Tod ihres Mannes und Zauberpartners Alexander Herrmann feierte sie große Erfolge im Londoner Hypodrome, im Berliner Wintergarten sowie in Paris und Wien.
Herrmann, Alexander (1844−1896)
Dieser Zauberkünstler war zu Lebzeiten einer der berühmtesten Illusionisten überhaupt. 1870 begann er mit seinen Shows in Amerika, 1876 nahm er auch die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Herrmann erfand zahlreiche bekannte Bühnenillusionen und trat zusammen mit seiner Frau Adelaide auf.
Hertz, Carl (1849−1924)
Er hieß eigentlich Louis Morgenstern und war als Illusionist in den Vereinigten Staaten von Amerika unterwegs. Besonders geschickt war er in der Vermarktung seiner eigenen Person.
Hoffmann, Professor (1839−1919)
Er hieß eigentlich Angelo Lewis und war ein fleißiger englischer Fachschriftsteller. Die Fachwelt verdankt ihm zahlreiche Bücher, in denen detailliert Zauberapparaturen und Großillusionen beschrieben werden.
Hofzinser, Johann Nepomuk (1806−1875)
Wie viele andere berühmte Zauberkünstler wurde auch Hofzinser in Wien geboren. Er besaß einen Doktor im Bereich der Philosophie und war Staatsbeamter seiner Heimatstadt. Er gründete den "Hofzinser−Salon", in dem er einer erlesenen Runde vornehmer Gäste magische Raritäten präsentierte. Er war der Magier der "guten Gesellschaft", zu der er nach Bildungsgrad und Lebensstand selbst gehörte. Spielkarten nannte er seine "poetischen Kinder". Er gilt als einer der größten Erfinder und Erneuerer der magischen Sparte. Ihm ist es zu verdanken, dass die Kartenmagie aus einer Spielerei zu einer wirklichen Kunst wurde. Nachdem er beschlossen hatte, sich ganz der Zauberei zu widmen und dafür aus dem Staatsdienst ausschied, verließ ihn jedoch sein Glück. Er war nicht die Person große Massen zu begeistern, und eine zunehmende Lähmung führte ihn mehr und mehr in den Ruin. Er starb einsam und verarmt.
Horster, Friedrich Wilhelm (1870−1944)
Er war Begründer eines großen Geschäfts für Zauberfachartikel, das seinen Namen trug. Der ausgeprägte Kenner der magischen Materie machte sich besonders als Zauberhändler und Fachautor im Bereich Magie einen Namen: Unter dem Namen F. W. Conradi verfasste er eine vierzigbändige Zauberbibliothek, ein Standardwerk der Zauberliteratur.
Houdin, Robert
Im Juni 1856 erhielt der französische Zauberer Robert Houdin von einem diplomatischen Vertreter in Algerien die Aufforderung, seine Kunststücke vor algerischen Stammeszauberern zu zeigen, um Aufstände in der französischen Kolonie im Keim zu ersticken. über seinen Einsatz in Algerien kursieren zahlreiche Geschichten. Unter anderem soll er, indem er einen Einheimischen verschwinden ließ, einen ganzen Volksstamm in die Flucht geschlagen haben. Er verbrachte den Rest seines Lebens in der Nähe seiner Vaterstadt Blois. Die natürliche, aber bis ins letzte Detail durchgearbeitete Kunst seines Auftretens ließ ihn zum Vorbild für zahllose Generationen von Magiern werden.
Houdini, Harry (1874−1926)
Dieser Mann blieb als "König der Entfesselungskünstler" bis heute unübertroffen. Innerhalb von Sekunden konnte er sich aus jeder gefesselten Position befreien, und das unter den außergewöhnlichsten und schwierigsten Bedingungen. Oft ließ er sich von seinem Publikum selbst die Fesseln anlegen. Er befreite sich aus den ungewöhnlichsten und schwierigsten Behältnissen − egal ob kopfüber an einem New Yorker Wolkenkratzer hängend oder ohne Luft in einem mit Wasserbehälter eingesperrt. Houdini absolvierte jeden Tag hartes physisches Training und besaß großes Talent dabei, sich zu vermarkten. Sein Tod verdankt sich einem tragischen Unfall. Aus Publicity−Gründen hatte er verbreiten lassen, dass ihn niemand in den Bauch boxen könne, möge er auch so fest zuschlagen wie er wolle. Als er eines Tages kurz vor seinem Abendprogramm entspannt in der Umkleide lag, hieb ihm eine unbekannte Person unvorbereitet und mit ganzer Kraft in den Magen. Mit Mühe absolvierte Houdini seine letzte Show. Kurz darauf fiel er seinen inneren Verletzungen zum Opfer.
Hugues, Antoine Joseph (1854−1931)
Er hieß mit Künstlernamen Roskof und trat als Hellseher und Mentalist auf.
Ionia
Die wohlhabende Tochter eines bekannten Zauberkünstlers aus Paris tourte Anfang der 1900er Jahre durch Europa. Sie feierte mit einer ägyptisch−orientalischen Show große Erfolge.
Kalanag (1893−1963)
Helmut Schreiber, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, begann bereits mit acht Jahren zu zaubern. Vom Studium her Geisteswissenschaftler arbeitete er als Produzent in der Filmindustrie. Einige Jahre lang war er Präsident des Magischen Zirkels von Deutschland. Ab 1947 begann er mit einer eigenen Revue durch die Welt zu ziehen.
Kaps, Fred (1926−1980)
Der Holländer war nicht nur ein glänzender Schauspieler, sondern gleich drei Mal Weltmeister der Zauberei. Eines seiner bekanntesten Kunststücke war jenes, bei dem er Salz zwischen seinen leeren Händen erscheinen ließ.
Kassner, Alois (1887−1978)
Seine ersten Triumphe feierte er mit einer Nummer, in der er 12 Personen aus dem Publikum holte, die sich unter einem schwarzen Tuch in Luft aufzulösen schienen. Im Jahr 1926 trat er ein Engagement am Zirkus Stosch−Sarrasani an. 3 Jahre später kaufte er den Elefanten Toto und führte fortan seine beeindruckende Illusion "Der verschwindende Elefant" vor.
Kellar, Harry (1849−1922)
Kellar wurde in Pennsylvania geboren und musste sich in jungen Jahren als Zeitungsjunge durchschlagen. Von einem Geistlichen adoptiert wurde ihm das Versprechen abgenommen, später Theologie zu studieren. Von der Vorstellung eines Fakirs war er jedoch so beeindruckt, dass er stattdessen als dessen Assistent durchbrannte. In späteren Jahren reiste er mit einer eigenen Séance−Show durch Amerika, Kanada und Kuba.
Kempelen, Wolfgang von (1734−1804)
Der österreichisch−ungarische Baron erfand einen Automaten, der es in sich hatte: Die schachspielende Figur in türkischer Tracht erweckte den Anschein, als bestände sie lediglich aus Federn und Zahnrädern, in Wahrheit konnte sich eine Person in ihr verstecken. Einzelne Luken und Klappen ließen sich öffnen und offenbarten dem Anschein nach ein ausgefeiltes technisches Wunderwerk, das auf feinmechanischen Prinzipien beruhte. Das Geheimnis flog durch einen Zufall auf. 1854 wurde der Apparat wurde bei einem Brand in Philadelphia zerstört.
Kio, Emil (1894−1965)
Dieser Magier gilt als bedeutendster Zirkuszauberer und feierte große Erfolge im russischen Staatszirkus. Dort führte er die berühmte Löwennummer auf. Seine Partnerin kletterte in einen leeren Käfig, und im Augenblick des Verschwindens tauchte ein Löwe hinter den Gitterstäben auf.
Kratky−Baschik, Anton (1810−1889)
1864 gründete er im Wiener Wurstelprater ein Zaubertheater, das sich in kurzer Zeit zu einem berühmten Mysterienzentrum entwickelte. Berühmt geworden sind auch seine Geistervorstellungen. Als er am 27. August 1889 starb, folgte ihm eine schier unüberschaubare Menschenmenge zum Friedhof.
Lafayette, The Great (1872−1911)
Er war berühmt für seine Großillusionen mit Tieren. Leider kostete ihn seine Sorgfalt das Leben. Weil er vor jedem Auftritt alle Türen verriegelte, konnte ihm bei einem Großbrand niemand helfen, so dass er in den Flammen umkam.
Laurant, Eugene (1875−1944)
Er wurde als amerikanischer Staatsbürger in Colorado geboren. Mit 15 Jahren trat er im Orpheum−Theater in Chicago zum ersten Mal auf. Er gab zahlreiche Kindervorstellungen, aber auch Illusionsdarbietungen vor Erwachsenen. Bekannt wurde er unter anderem mit seinem Kunststück "Der Gläserne Sarg".
Marvelli, Fredo (1903−1971)
Wäre es nach seinem Vater gegangen, hätte er Theologe werden sollen. Fritz Jäckel, so der bürgerliche Name, hatte jedoch eigene Pläne. Zunächst begab er sich mit einem Zirkus auf Reisen und kam auf diesem Umweg auch zur Zauberei. Sein Publikum zog er unprätentiös durch ein vielfältiges Programm in seinen Bann. Nach dem zweiten Weltkrieg ließ er sich in Spanien als Immobilienmakler nieder.
Maskelyne, John Nevil (1839−1917)
Zusammen mit George Cook gründete er ein berühmtes Zaubertheater in London. Ihr Trickautomat "Psycho" wurde weltberühmt.
Morritt (1866−1936)
Von ihm stammt eine Reihe berühmter Trickeffekte. Für Alexander Herrmann entwickelte er verschiedene große Illusionen. Er selbst trat zum ersten Mal als Zwanzigjähriger in der Londoner Princess−Hall auf.
Morton (1870−1941)
Leon Roland Cadaux war ursprünglich ein bekannter Komödiant des französischen Theaters. Seine Spezialität waren Manipulationen, außerdem führte er eine Jonglageshow auf.
Nicola (1880−1946)
William Mozart Nicol bezeichnete sich als den größten Wanderzauberer aller Erdteile. Er erfand eine Reihe von Großillusionen, etwa die "Elastische Dame". Seine Kunststücke bestachen vor allem durch ihren schwarzen Humor und ihre Grausamkeit.
Philadelphia, Philadelphus (1735−1795)
Mit bürgerlichem Namen hieß er Jacob Meyer und wurde in Philadelphia geboren. Er beschäftigte sich mit Mathematik, Mechanik und Metaphysik. In Europa trat er ab 1755 als "Künstler der Mathematik und Magie" auf und feierte dort große Erfolge. Bekannt geworden ist auch Georg Lichtenbergs Anschlagzettel, mit dem dieser im Jahr 1777 den Zauberer Philadelphia aus Göttingen vertrieb − seinen eigenen Worten zufolge die "Idee einer Nacht".
Pinetti, Joseph (ca. 1750 − 1800)
Er war Professor für Mathematik und Physik in Rom, zog es aber vor, mit seinen naturwissenschaftlichen Kenntnissen als Zauberkünstler durch Europa zu reisen. Am Ende seines Lebens verspielte er sein beträchtliches Vermögen durch sinnlose Experimente mit Luftballons.
Professor Tenichi
Das Jahr seiner Geburt und das Jahr seines Todes sind unbekannt. Mit einer Japan−Show reiste der Japaner zwischen 1901 und 1905 durch die Vereinigten Staaten. In der Literatur wird über seine Revue Faszinierendes erzählt: Wo immer er eine Figur oder einen Gegenstand mit seinem Zauberstab berührte, schossen Wasserfontänen in die Höhe. In den USA kaufte er eine Reihe von Illusionen, die er anschließend auf seiner Tournee in Japan zeigte, wo er ebenfalls großen Erfolg hatte
Ramses, The Great (1876−1930)
Bevor er Zauberkünstler wurde, war Albert Marchinski jüdischer Schauspieler. Von einem Zauberer namens Harcourt bezog er seine magische Grundausstattung, indem er ihm sämtliche Requisiten abkaufte. In seiner Show trat er als ägyptischer Wundermann auf.
Robin, Henri (1813−1874)
Der Pariser Zauberer inszenierte Geistererscheinungen im Theater mittels der Laterna Magica. Seine Assistenten machten dazu gruselige Geräusche − das Publikum zeigte sich ob des gehobenen Theaterspuks beeindruckt, wie berichtet wird.
Rosini, Carl (geb. 1882)
Im Alter von 15 Jahren rannte er mit einem Zirkus von zu Hause weg. Er nannte sich "Napoleon of Mysterie" und zauberte vor vielen Berühmtheiten, unter anderem vor Roosevelt, Churchill und Stalin. 1966 zog er sich von der Bühne zurück und zog nach Florida. Gerüchten zufolge soll sich hinter dem Namen auch sein Bruder Paul als zweiter Zauberer verborgen haben, was zahlreiche besondere Zaubereffekte ermöglichte.
Scheldon, Paul (1880−1942)
Paul Stallbohm, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, spezialisierte sich auf Aufsitzerkunststücke − also Vorführungen, die scheinbar misslingen um am Ende schließlich doch Erfolg zu haben.
Schrepfer, Georg (1730−1774)
Zunächst war er Kellner in Leipzig, und zwar genau in jenem Haus, wo die Freimaurer tagten. Nachdem er durch eine Heirat zu etwas Wohlstand gekommen war, gründete er im Jahr 1770 in einem nahe gelegenen Kaffeehaus ein freimaurerisches "Konkurrenzunternehmen"− in einem verdunkelten Billardzimmer wurden spiritistische Sitzungen abgehalten. Sein luxuriöser Lebenswandel trieb ihn 1774 vor seinen Gläubigern in den Selbstmord.
Scott, Reginald (1538−1590)
Er war Verfasser des 1584 in London erschienenen Buches "Discoverie of Witchcraft" (London, 1884) − als Aufklärungsbuch gegen die grausame Hexenverfolgung war dies zugleich das erste Zauberbuch, das Kunststücke der Gaukler erklärt und also das erste "richtige" Zauberbuch.
Selbit, P.T. (1879−1939)
Der Amerikaner Percy Thomas beherrschte das Kunststück der "zersägten Jungfrau" wie kaum ein anderer. Unübertroffen war auch seine Version jenes Kunststückes, bei dem er Menschen in Zellen verschwinden ließ, um sie unverhofft aus ihren Fesseln befreit wieder im Saal auftauchen zu lassen. Sein größter Rivale war der Zauberer Horace Goldin.
Tarbell, Harlan Eugene (1890−1960)
Geboren wurde er in Delavan im US Bundesstaat Illinois. Er war Verfasser des berühmten "Tarbell Course of Magic" − auch heute noch ein allseits anerkantes Standardwerk der Zauberkunst, verlegt bei Louis Tannen in New York. Tarbell war Mediziner, arbeitete aber auch lange Jahre als professioneller Zauberer. Er schrieb und illustrierte magische Bücher und hielt zahllose magische Vorträge.
Thorn, Chevalier Ernest (1853−1928)
Er hieß eigentlich Abraham Moses und zog nach dem Ersten Weltkrieg mit seiner Zauber− und Illusionsshow durch Europa.
Thurston, Howard (1869−1936)
Ging er auf eine Tournee, so reiste er mit eigenem Orchester, einer Schar Assistenten und Wagenladungen voll Material. Dreißig Jahre lang wurde er als König der amerikanischen Illusionisten gefeiert. Seine berühmtesten Kunststücke drehten sich allesamt um die Themen Schweben und Verschwinden. In einer seiner Illusionsdarbietungen ließ er ein Pferd in der Luft verschwinden. Außerdem zeigte er eine Version der "Schwebenden Jungfrau", die sich rotierend unter einem Tuch durch den Raum in Richtung Zuschauersaal bewegte. In dem Augenblick, in dem er das Tuch enthüllte, verschwand sie.
Vaucanson, Jacques de (1709−1782)
Der berühmteste Automatenbauer seiner Zeit kam in Grenoble, Frankreich, zur Welt. Er konstruierte einen Flötenspieler, der einem Instrument mit seinen beweglichen Fingern wunderbare Melodien entlocken konnte. Sein Meisterstück war eine Metallente, die sich bewegen und sogar schnattern konnte. Friedrich II. von Preußen versuchte vergeblich, ihn als Erfinder und Konstrukteur an seinen Hof zu locken. Der geniale Zauberkünstler machte sich auch als Erbauer und Erneuerer von Webmaschinen einen Namen und kam auf diese Weise zu großem Wohlstand.
Vernon, Dai (1894)
Sein eigentlicher Name war Frederick Wingfield Verner, aber genannt wurde er aufgrund seines umfassenden magischen Sachverstandes nur "Der Professor". Er wurde in Ottawa, Kanada, geboren und von Harry Kellar zum Zaubern angeregt. In kurzer Nacht brachte er es mit seiner Harlekinnummer zu einem der bestbezahltesten Nightclub−Besitzer Amerikas. Ein tragischer Unfall, durch den ihm beide Arme gebrochen wurden, ließ ihn von seinem Ziel nicht abweichen.
Volkmann, Kurt (1897−1958)
Der promovierte Rechtsanwalt war ein leidenschaftlicher Anhänger der Zauberkunst und machte sich insbesondere um die Aufarbeitung historischer Zusammenhänge verdient. Er veröffentlichte sie in zahlreichen Fachartikeln, unter anderem in der Zeitschrift des Magischen Zirkels von Deutschland.
Willmann, Carl (1849−1934)
Ein bekannter Hersteller von Zauberartikeln und Zauberfachschriftsteller.